Die stille Unruhe vor dem Sturm

In unserer Stadt Katerini herrscht eine angespannte Stille. Die Menschen sind eingeschüchtert und beunruhigt angesichts dessen, was auf diesen beispiellosen Sommer folgen wird. Es scheint fast so, als ob jeder es kommen sieht, aber niemand wagt, darüber zu sprechen. Menschen, die bisher mit Tageslöhnen von der Hand in den Mund gelebt haben, werden diesen Winter vor schier unüberwindbare Probleme gestellt, denn in unserer von Tourismus abhängigen Region, sind heuer 85% der Hotelanlagen zur Hauptsaison geschlossen geblieben. Tausende haben deshalb ihren Arbeitsplatz verloren und konnten ohne dieses Einkommen keinerlei Rücklagen erwirtschaften.

So kann es nicht verwundern, dass allein in unserer Präfektur Pieria Schätzungen zufolge mehr als 2.500 Familien bis zum Ende dieses Jahres wirtschaftlich, aber auch sozial mit dem Rücken zur Wand stehen werden.

Nebst all dem ist das für uns besorgniserregendste jedoch die Zwangslage, in welcher sich die rund 600 Geflüchteten unserer Stadt nun befinden. Diese etwa 180 Familien, die bis vor wenigen Tagen noch in Wohnungen untergebracht waren, welche die NGO der evangelischen Kirche „Perihorisis" angemietet und vermittelt hatte, werden sich infolge eines Regierungsbeschlusses in wenigen Tagen auf der Straße wiederfinden. Dieser sieht vor, dass das Programm „Estia II“, welches bis zuletzt den Aufenthalt dieser Familien in unserer Region finanziell getragen hat, der NGO „Perihorisis" entzogen und auf die Stadt Katerini übertragen wird, die allerdings nicht willens ist, weiterhin für die Mieten dieser Wohnungen aufzukommen.

Die ersten, dieser unverschuldet in Obdachlosigkeit geratenen Familien, haben sich in verzweifelter Suche nach Zuflucht bereits an Kapnikos Stathmos gewandt, um Nahrungsmittel, Medikamente, Unterkunft und Arbeit zu finden.

Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass wir auf das Schlimmste vorbereitet sein müssen. Dieser Tatsache ins Auge blickend, halten wir es deshalb für unbedingt notwendig, dieses Jahr über die bisherige Ausgabe von Lebensmitteln an hilfsbedürftige Mitbürger hinaus zu gehen und zusätzlich gekochte Mahlzeiten in einem beheizten Raum bereitzustellen. Aus diesem Grund  haben wir bereits mit der Planung eines Sozialen Restaurants begonnen, das bis zu 500 warme Gerichte am Tag anbieten können wird.

Dieses Restaurant soll in einer alten, etwa 140 qm umfassenden Lagerhalle untergebracht werden, die zuvor jedoch von Grund auf saniert werden muss, da es sich um ein über hundertjähriges Gebäude handelt, das seit einem halben Jahrhundert brach liegt. Hierbei von Vorrang ist die Reparatur des Daches, da es baufällig und in kritischem Zustand ist. Im Anschluss daran muss eine entsprechende Küche eingerichtet werden, in welcher Freiwillige in den Wintermonaten das Essen schließlich zubereiten können.

Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten für die Gebäudesanierung und Einrichtung der Küche dabei gemäß dem Sachgutachten, das von Bauingenieuren und Freunden des Kapnikos Stathmos unentgeltlich erstellt worden ist, auf 48.000 Euro.

Wir rufen an dieser Stelle erneut Jede und Jeden auf, uns nach ihrer oder seiner Möglichkeit damit zu unterstützen. Helfen Sie mit, die außerordentlichen Probleme, die auf unsere Region zukommen, zusammen, zivilgesellschaftlich, europäisch zu bewältigen. Lassen Sie uns gemeinsam diesen Sturm durchstehen!

Diesen Text, unsere Pläne und auch alle weiteren Projekte, die in diesem Moment bei uns realisiert werden, können Sie auf unserer Website http://kikaf.spt20.de mitverfolgen. Dort finden sie außerdem Fotomaterial, Beschreibungen unserer Hauptprojekte sowie nicht zuletzt auch Erfahrungsberichte von jungen Menschen, die nach einem Besuch bei Kapnikos Stathmos hier ihre Meinungen und Eindrücke schildern. Wir bitten Sie, diesen Aufruf und den Link zu unserer Internetseite an Ihre Freunde und Bekannte weiterzuleiten und mit möglichst vielen Menschen zu teilen.

Mit herzlichem Dank im Voraus,

Hochachtungsvoll,

Elias Tsolakidis

 

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